Es färbte sich die Wiese grün

Fotos Brigitte Fuchs

 

Es färbte sich die Wiese grün
Und um die Hecken sah ich blühn,
Tagtäglich sah ich neue Kräuter,
Mild war die Luft, der Himmel heiter.
Ich wusste nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

(…)

Es quoll und trieb nun überall
Mit Leben, Farben, Duft und Schall,
Sie schienen gern sich zu vereinen,
Dass alles möchte lieblich scheinen.
Ich wusste nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

(…)

So dacht ich: ist ein Geist erwacht,
Der alles so lebendig macht
Und der mit tausend schönen Waren
Und Blüten sich will offenbaren?
Ich wusste nicht, wie mir geschah,
Und wie das wurde, was ich sah.

(…)

 

Novalis (1772-1801) deutscher Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur
Drei Strophen aus seinem gleichnamigen Langgedicht

 

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20 Antworten auf Es färbte sich die Wiese grün

  1. merlin sagt:

    novalis spricht das geheimnisvolle der natur an.
    tatsächlich staunt man jedes jahr über die kraft des blühens und spriessen, auch wenn man es schon oft gesehen hat.
    die natur gibt mir im moment auch etwas trost, wenn ich die weltlage betrachte.
    ein herzlichen morgengruss und einen stimmigen tag dir.

  2. quersatzein sagt:

    Mir geht es genauso, Merlin.
    Je unverständlicher und beängstigender die Weltlage wird, desto mehr wendet man sich den Naturkräften und -schönheiten zu. Sie können über vieles hinwegtrösten und uns immer weider erfreuen.
    Auch dir einen herzlichen Morgengruss und einen lebenswerten Tag!

  3. Edith Hornauer sagt:

    Ich mag diesen poetischen Novalis sehr. Er zeigt uns noch heute, sich vom Positiven, vom Schönen lenken und leiten zu lassen.
    Auch deine Fotos sind einem Frühlingszauber gleich.
    Dir viel Sonnenschein in den Tag, liebe Brigitte,
    herzlichst,
    Edith

  4. quersatzein sagt:

    Ja, auch früher haben die Schriftsteller/innen die Vorzüge der Natur ins schönste Licht zu stellen gewusst.
    Danke, Edith, und auch dir einen feinen, hellen Frühlingstag!

  5. nömix sagt:

    »Ach Herr, was ich ein Gefühl für die Natur habe! Das Gras steht so schön, daß man ein Ochs sein möchte, um es fressen zu können, und dann wieder ein Mensch, um den Ochsen zu fressen, der solches Gras gefressen.«
    (Valerio, in Büchners Leonce und Lena)

  6. quersatzein sagt:

    Ein wahrer Genuss sind diese Zeilen: Heiterkeit, die ich zum Fressen gern mag. :–)
    Danke, Nömix!

  7. Valentina sagt:

    Wie die Natur im Frühling Farben und Formen zaubert, schenkt Vertrauen und Zuversicht in die Welt.
    Früher wie heute und wohl auch in der Zukunft.
    Danke für Worte und Bilder, liebe Brigitte und einen schönen Tag!

  8. quersatzein sagt:

    Da stimme ich dir vorbehaltlos zu, Valentina.
    Freuen wir uns daran!
    Lieben Dank und einen herzlichen Heutegruss zu dir.

  9. mona lisa sagt:

    Man muss nicht wirklich wissen, wie es geschieht, um zu genießen, was geschieht.
    Liebe Grüße

  10. quersatzein sagt:

    Du sagst es, Mona Lisa.
    Wir müssen die Naturgesetze und Frühlingswonnen nicht hinterfragen. :–)
    Liebe Retourgrüsse.

  11. Hausfrau Hanna sagt:

    So,
    liebe Frau Quersatzein,
    wie es Novalis in den zwei sich in jeder Strophe wiederholenden Zeilen beschreibt, erlebe ich den Frühling auch!
    Danke für das schöne, berührende Gedicht und die Frühlingscollage, die einlädt zum Spazieren und Unterwegssein 🙂
    Liebe Grüsse aus der Stadt
    Hausfrau Hanna

  12. quersatzein sagt:

    Spazieren und Unterwegssein ist im Moment der pure Genuss, liebe Hausfrau Hanna.
    Seien Sie herzlich gegrüsst!

  13. Gerhard sagt:

    Das Leben ist es, was erwacht, das Leben.
    Da braucht es kein Zutun. 🙂
    Der Keim wurde vor Urzeiten gelegt
    und nun gebärt es fortlaufend immer neu.

    Das erinnert uns, auch zu leben.
    Mit aller möglichen Kraft.

    Liebe Grüsse
    Gerhard

  14. quersatzein sagt:

    Genau, das ist unser Anspruch: zu leben mit aller möglichen Kraft.
    Einen lieben Dank und Gruss zu dir.

  15. PepeB sagt:

    Diese Verwunderung kenne ich auch, liebe Brigitte:
    Abends scheint der Garten noch graue Wüste, am nächsten Morgen strahlen Dich Tulpen an.
    Ein Wunder, und wirklich:
    Ich wusste nicht, wie mir geschah,
    Und wie das wurde, was ich sah.
    Novalis ist auch irgendwie ein Songschreiber!
    Sucht jetzt nach der stimmigen Melodie
    Petra

  16. quersatzein sagt:

    Das könnte ein feiner Song sein oder werden, oh ja!
    Du bringst das sicher melodisch zusammen, Petra. :–)
    Einen lieben Gruss nach einem bezaubernden Frühlinsspaziergang.

  17. Sonja sagt:

    Manchmal weiß ich auch nicht, wie mir geschieht, doch die frühlingliche Natur bietet reinstes Glücksempfinden!
    Gruß von Sonja

  18. quersatzein sagt:

    So geht es mir auch, Sonja.
    Toll, nicht wahr!
    Lieben Abengruss zu dir.

  19. roswitha sagt:

    einen schönen frühlingspost bringst du uns, liebe brigitte. ab jetzt geht es nur noch vorwärts, hoffentlich kommt gelegentlich regen. lieben gruß, roswitha

  20. quersatzein sagt:

    Ja, Regen müsste dringend auch wieder mal fallen.
    Lieben Morgengruss zu dir, Roswitha.

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