Freitag, 3. September 2010
1 Du stehst so still und ernst, mein ausgebälgter Geier, Ich bringe dir ein Lied mit meiner ernsten Leier. Zwar hörst du nichts davon, dir geht mein Gruss verloren; Doch Dichter sind gewohnt, zu singen toten Ohren. Es lebt ja noch der Geist, der einst dir gab die Schwingen, Den traf der Jäger nicht, er hört mein Lied erklingen. (...) Niklaus Lenau (1802-1850) ungarisch-österreichischer Dichter Anfangs-Strophen des Langgedichtes "Auf meinen ausgebälgten Geier" In "Poesiealbum 204", Verlag Neues Leben, Berlin 1984
Donnerstag, 2. September 2010
Es kamen die Würmer, Lehm vom Acker auf den Schultern, die nützlichen Regenwürmer, es spazierte der Igel unter der Erle hervor, es schwamm ans Ufer eine Nixe, die Welle: Der Morgen war fertig. 1956 Viljo Kajava (1909-1998) finnischer Lyriker und Schriftsteller In "Nahes Ufer, fernes Ufer" Gedichte, finnisch und deutsch, ausgewählt und übertragen von Tuuli Mahringer und Ingrid Schellbach-Kopra, Heiderhoff Verlag, Eisingen 1988
Mittwoch, 1. September 2010

Foto Brigitte Fuchs
Mittwoch, 1. September 2010
Frühzeitig schon lernte ich rasch alles wechseln Den Boden, auf dem ich ging, die Luft, die ich atmete Ich tu's leicht, aber immer noch seh ich Wie andre zuviel mitnehmen wollen. Lass dein Schiff leicht, lass leicht zurück Lass auch das Schiff leicht zurück, wenn man dir rät Deinen Weg landeinwärts zu nehmen. (...) Bertolt Brecht (1898-1956) deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker Erste Hälfte des Gedichts "Frühzeitig schon lernte ich" Aus "Brecht Gedichte VIII" Nachträge zu den Gedichten 1913-1947, Aufbau-Verlag Berlin und Weimar 1969
Dienstag, 31. August 2010
Etwas festhalten, das schnell vergeht: von Farben und Licht einen Hauch. Michael Groissmeier, *1935, deutscher Erzähler und Lyriker In "Von Farben und Licht einen Hauch" Haiku-Gedichte, Fotokunst-Verlag Groh, Wörthsee bei München 1992
Montag, 30. August 2010

Foto Brigitte Fuchs
Montag, 30. August 2010
SAMMELTE, ERGOETZT, LETZTE SOMMERTAGE. Brigitte Fuchs
Sonntag, 29. August 2010
Schwalben haken den Himmel ab. Ist es, dass sie ein Teilstück schon hinter sich brachten im Flug nach dem Süden? Ist es, dass ihnen die Rechnung nun aufging mit dem in den Herbst sich verlängernden Sommer? Magdalena Vogel (1932-2009) Schweizer Schriftstellerin und Lyrikerin In "Im Wechsel des Lichts" Gedichte, Pendo Verlag, Zürich 1988
Samstag, 28. August 2010
Unser Geist ist himmelblau, Führt dich in die blaue Ferne, Zarte Klänge locken dich im Gemisch von andern Tönen. Lieblich sprechen wir hinein, Wenn die andern munter singen; Deuten blaue Berge, Wolken, Lieben Himmel sänftlich an, Wie der letzte leise Grund Hinter grünen frischen Bäumen. Johann Ludwig Tieck (1773-1853) deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer In "Blaue Gedichte" Hrsg. Gabriele Sander, Reclam, Stuttgart 2001
Freitag, 27. August 2010

Foto Brigitte Fuchs - 25. August 2010 Blick vom Stanserhorn in Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau
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